Altarstreit in Weingarten: CDU-Bundestagsabgeordneter soll vermitteln

Im Streit um die Neugestaltung des Altarraums der Basilika St. Martin in Weingarten soll der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel Müller vermitteln. "Der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Ravensburg, Axel Müller, moderiert sowohl dieses Gespräch als auch die Gemeindeversammlung, zu der die Initiatoren der Petition eingeladen sind, ihre Argumente einzubringen", teilte die Diözese Rottenburg-Stuttgart am Donnerstag mit. Die Vermittler-Rolle hatte der CDU-Politiker bereits im August in der "Schwäbischen Zeitung" kundgetan.
Hintergrund der Vermittlungsaktion ist der Konflikt um die Sanierung der Basilika und die Neukonzeption des Altarraums. Im Jahr 2021 ließ das Land Baden-Württemberg die Basilika für 14,4 Millionen Euro generalsanieren. Die Überlegungen zu einem neuen Altar kamen allerdings erst drei Jahre später auf – 2024, im Jahr des 300-jährigen Kirchenjubiläums. Der Kirchengemeinderat hatte sich dann auf Grundlage eines Ideenwettbewerbs für einen Entwurf des Künstlers Albrecht Zauner entschieden. Wörtlich schreibt die Diözese in ihrer Mitteilung: "Anschließend nahm sich das Gremium bewusst bis zum Herbst Zeit, zusammen mit dem Künstler und der Diözese und in Abstimmung mit dem Land, vertreten durch Vermögen und Bau, Amt Ravensburg, den Entwurf weiterzuentwickeln und reifen zu lassen".
Kritik an den Plänen
Doch die Pläne der Umgestaltung ernteten heftige Kritik – eine Petition wurde ins Leben gerufen, die mehr als 5.000 Menschen unterzeichneten. Den Initiatoren der Petition ging es in erster Linie darum, den neobarocken, roten Heilig-Blut-Altar aus den 1930er Jahren zu erhalten. Darin ist die Blut-Reliquie aufbewahrt und ausgestellt. Für zusätzliche Kritik sorgte jedoch, dass der Kirchengemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung für eine neue Altarraumkonzeption votierte.
Nun sollen beide Seiten am 21. Oktober ins Gespräch kommen, wenn der finale Entwurf der Öffentlichkeit vorgestellt wird. "Neben Nachfragen zum Konzept des Künstlers Albrecht Zauner, der die ganze Vierung unter der großen Kuppel in den Blick nimmt und auch selbst anwesend ist, möchte der Kirchengemeinderat Rückmeldungen und Anregungen der Gemeindemitglieder und anderer Interessierter anhören", heißt es weiter. Dabei sollen der Neugestaltung gegenüber "aufgeschlossene ebenso wie kritische Stimmen" zu Wort kommen. Neben dieser Gemeindeversammlung sollen unter anderem auch Befürworter der Neugestaltung wie auch Kritiker ins persönliche Gespräch kommen. Damit würden die Vertreter der Gemeinde dem "Wunsch der Initiatoren der Petition zum Gespräch" nachkommen.
Die Verantwortlichen für die Petition wollen noch vor der öffentlichen Versammlung dem Kirchengemeinderat wie auch dem Rottenburger Bischof Klaus Krämer die Unterschriftenliste übergeben. (mtr)