"Zahlreiche Menschen an Leib und Leben bedroht"

Deutsche Bischofskonferenz ruft zu Frieden in Äthiopien auf

Veröffentlicht am 09.10.2026 um 18:22 Uhr – Lesedauer: 

Bonn ‐ Die Angst vor einem neuen Krieg im äthiopischen Tigray wächst. Weltkirche-Bischof Krämer warnt vor den Folgen der militärischen Eskalation für die Zivilbevölkerung und fordert den Einsatz für dauerhaften Frieden.

  • Teilen:

Die katholische Deutsche Bischofskonferenz ist besorgt über die erneute militärische Eskalation im Norden Äthiopiens und ruft zu Frieden und Dialog auf. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche und Migration, Bischof Klaus Krämer (Foto oben), warnte am Freitag in Sozialen Medien vor einem erneuten blutigen Konflikt zwischen der äthiopischen Regierungsarmee, der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) sowie einrückenden eritreischen Truppen. Noch im Januar hatte er Gemeinden in der Region Tigray besucht.

Schon damals sei die Situation nicht leicht gewesen. Nun gebe es Berichte vom Einrücken eritreischer Truppen auf äthiopisches Territorium, so der Bischof von Rottenburg-Stuttgart. "Aufgrund dieser besorgniserregenden Entwicklungen sind zahlreiche Menschen an Leib und Leben bedroht. Vier Jahre nach dem fragilen Friedensabkommen von Pretoria steht zu befürchten, dass die Region wieder einem blutigen Konflikt entgegensieht, dem vor allem die Schwachen und Schutzlosen zum Opfer fallen würden."

Friedensappell des Papstes

In seinem Post schließt sich Krämer "von ganzem Herzen" den Friedensappellen von Papst Leo XIV. und der Äthiopischen Bischofskonferenz an. "Die Konfliktparteien stehen in der Verantwortung, Wege des Dialogs zu suchen und sich ernsthaft für einen dauerhaften Frieden einzusetzen", schreibt der Bischof. "Unterstützen wir die Menschen vor Ort durch unsere Solidarität und im Gebet!"

In Tigray kämpft die TPLF gegen die Zentralregierung in Addis Abeba um die politische Kontrolle der Region und deren Autonomie. Das Pretoria-Friedensabkommen vom November 2022 ließ zentrale Streitfragen offen, darunter die Rückkehr Vertriebener und die Kontrolle umstrittener Gebiete. Eritrea verfolgt eigene machtpolitische Interessen und will nach Einschätzung von Beobachtern den militärischen Einfluss Äthiopiens begrenzen. (KNA)