Ursache auch Aufmerksamkeit der Medien

Kardinal Pizzaballa: Weniger Gewalt gegen Christen in Jerusalem

Veröffentlicht am 11.10.2026 um 09:20 Uhr – Lesedauer: 

Vatikanstadt ‐ Seit einem Jahr gilt im Gaza-Krieg eine Waffenruhe. Doch die Lage ist weiterhin sehr düster. Das meint einer der führenden Kirchenmänner in Jerusalem.

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Ein durchwachsenes Bild der aktuellen Lage in Israel hat der ranghöchste katholische Kirchenmann in Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, gezeichnet. Der Jerusalemer Patriarch war am Samstag von Papst Leo XIV. in Audienz empfangen worden.

Dem Portal Vatican News sagte Pizzaballa, die Zahl der seit einigen Jahren beobachteten Vorfälle von Gewalt und Einschüchterungen gegen Christen in Jersualem sei in jüngster Zeit leicht zurückgegangen. Dazu hätten die größere Aufmerksamkeit der Medien und der Behörden vor Ort beigetragen.

Zum Krieg in Gaza, in dem seit einem Jahr eine Waffenruhe herrscht, bemerkte Pizzaballa, in Israel sei derzeit keine Rede mehr von einem Friedensprozess und man glaube dort auch nicht mehr an eine Zwei-Staaten-Lösung. Vielmehr gebe es in Israel eine allgemeine Orientierungslosigkeit und Wut gegen den Rest der Welt, von dem sich die Israelis nicht gehört und nicht verstanden fühlten.

Fragmentierung der Gesellschaft

Zugleich sei die israelische Gesellschaft immer weiter fragmentiert und ohne Vertrauen. Fehlendes Vertrauen dominiere aber auch bei der christlichen Minderheit in Palästina. Dort herrsche der Eindruck, dass es eine totale Gesetzlosigkeit gebe.

Hinzu komme die Lage in Gaza, wo angesichts des heranrückenden Winters die humanitäre Lage sich wieder verschlechtere und die Bevölkerung ausgelaugt und müde sei. Pizzaballa kündigte an, er werde in absehbarer Zeit wieder in den Gazastreifen reisen und die dortige humanitäre Lage zum Thema machen. (KNA)