Papstreise nach Südamerika: Gastgeber rechnen weiter mit Leo XIV.
Kaum hatte Papst Leo XIV. am Sonntag nach dem Mittagsgebet auf dem Petersplatz seine bevorstehende Lungenoperation angekündigt, trafen die ersten besorgten Anfragen bei den Bischofskonferenzen in Uruguay, Argentinien und Peru ein. Denn dorthin will das aus den USA stammende Kirchenoberhaupt, das auch die peruanische Staatsbürgerschaft besitzt, im November reisen.
Aus Uruguay kamen sogleich beruhigende Worte: "Die Pläne bleiben unverändert. Natürlich beten wir alle für die Gesundheit des Papstes und vertrauen darauf, dass alles gut gehen wird, dass er sich erholen wird und zum geplanten Termin hier sein kann", erklärte Montevideos Kardinal Daniel Sturla.
Zuversicht in Uruguay
Der Papst reise immer in Begleitung von seinem Leibarzt und weiterem medizinischen Personal, so Sturla. "Ich gehe davon aus, dass gewisse Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sein werden, die uns in den nächsten Tagen mitgeteilt werden. Wir werden dies sehr aufmerksam verfolgen, sind aber zuversichtlich, dass wir wie geplant weitermachen können."
Der Papst selbst hatte noch am Sonntag in einem Zuruf an peruanische Pilger seine Reisepläne bestätigt, um dann die bevorstehende Operation anzukündigen. "Kürzlich haben die Ärzte bei einigen Untersuchungen einen begrenzten Knoten in meiner Lunge festgestellt", sagte er – und fügte hinzu: "Er wurde in einem sehr frühen Stadium entdeckt und ist gut lokalisiert. Die Ärzte halten einen Eingriff für angebracht." Um welche Erkrankung es sich genau handelt, ist bislang unklar.
"Die Pläne bleiben unverändert", heißt es aus Uruguay zu Leos vorgesehenem Besuch.
US-Medien befragten eigens einen Experten für Lungenkrebs an der renommierten Georgetown University zur geplanten zwölftägigen Südamerika-Reise. "In solchen Fällen ist die Operation selbst – auch wenn sie dramatisch erscheinen mag – oft sehr sicher, sehr unkompliziert und mit einer schnellen Genesung verbunden", sagte Stephen Liu. Sofern keine Komplikationen auftreten, dürfte Leo mit Blick auf die Reise in guter Verfassung sein, meint der Fachmann.
Perus Präsidentin Keiko Fujimori schickte eine Solidaritätsadresse an den "peruanischen" Papst. Die Herzen und Gebete der Peruaner begleiteten ihn – "in der Hoffnung, ihn bald wieder unter uns zu haben", heißt es darin. Vor seiner Zeit als Papst wirkte Robert Francis Prevost, so Leos bürgerlicher Name, rund 20 Jahre lang in Peru – zunächst als Missionar, dann als Bischof von Chiclayo.
Genesungswünsche auch aus Argentinien
Auch aus Argentinien erreichten den Papst Genesungswünsche. Präsident Javier Milei schrieb in einem Social-Media-Beitrag, ganz Argentinien begleite Leo mit Zuneigung und Gebeten und wünsche ihm eine schnelle und vollständige Genesung. In seiner Botschaft drückte er die Hoffnung der Argentinier aus, dass Leo XIV. seine Amtszeit schon bald mit der "Weisheit und Stärke" fortsetzen könne, die ihn auszeichneten.
Der Papst wird am Abend des 6. November in der uruguayischen Hauptstadt Montevideo erwartet. Am 8. November reist er laut der bisherigen Planung nach Argentinien weiter. In seiner ehemaligen Heimat Peru soll er am 11. November eintreffen. Am 17. November wird er in Rom zurückerwartet.
