Kardinal Grech wirbt für Einheit der Weltkirche – Kein Mehrheitsvotum

In der Debatte um Reformen in der katholischen Kirche setzt der Vatikan auf die Einheit zwischen Orts- und Weltkirche. Mit dieser Botschaft hat Kurienkardinal Mario Grech beim Katholikentag in Würzburg ein Signal gegen nationale Alleingänge ausgesandt.
In einer lebhaften Diskussion überbrachte der Generalsekretär der Weltsynode, des weltweiten Reformprozesses der katholischen Kirche, den Segen des Papstes und warb für eine "Symphonie der Gemeinschaft" in der Kirche. Grech betonte, Synodalität dürfe nicht als Machtkampf oder bloße Entscheidung nach dem Mehrheitsprinzip verstanden werden, sondern als gemeinsames Hören auf den Heiligen Geist.
Synodalität als "Symphonie der Gemeinschaft"
Er betonte, dass es weder eine Weltkirche ohne Ortskirchen noch eine Ortskirche ohne Weltkirche gebe. Grech bezeichnete Synodalität als "Symphonie der Gemeinschaft". Der Heilige Geist schaffe nicht eine "Summe von Meinungen, sondern Harmonie, Symphonie". So sei es nicht einfach die Abstimmung, die in einer Synode eine Mehrheit hervorbringe: "Der tiefste Sinn der Beratung liegt gerade darin, dem Geist zu erlauben, innerhalb gegenseitiger Beziehungen zu wirken."
In der anschließenden Diskussion hinterfragte die Theologiestudentin Finja Miriam Weber, Mitglied der Synodalversammlung beim Reformprozess der Kirche in Deutschland, Grechs Bild der Symphonie: Wer ist der Dirigent, wer ist der Komponist und wer darf welches Instrument spielen?
Grech antwortete, Jesus komponiere die Symphonie und der Heilige Geist dirigiere. "Wir brauchen Leute wie Sie", sagte Grech im Anschluss an Weber gewandt. Fragen wie ihre würden helfen, das Wort Gottes besser zu verstehen. Der Kardinal schloss mit dem Appell, zusammen weiterzugehen und der Welt die Botschaft Jesu zu verkünden. (KNA)