Standpunkt

Mehr Gottvertrauen statt synodaler Denkverbote

Veröffentlicht am 12.08.2026 um 00:01 Uhr – Von Christoph Brüwer – Lesedauer: 

Bonn ‐ Dass es im Bistum Oslo künftig eine Diözesansynode geben wird, findet Christoph Brüwer begrüßenswert. Doch eine Sache irritiert ihn: Warum wird schon jetzt mitgeteilt, was nicht entschieden werden darf?

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Zum ersten Mal in der Geschichte der Diözese Oslo sollen die Gläubigen bei einer Diözesansynode über den künftigen Kurs der Ortskirche beraten. Ziel der Synode soll die Erstellung eines Pastoralplans sein, um "das Bistum auf das nächste Jahrzehnt vorzubereiten". So weit, so normal – und so begrüßenswert. Nicht zuletzt die Weltsynode sprach sich in ihrem Abschlussdokument dafür aus, dass die Diözesansynode einen höheren Stellenwert bekommen soll (Nr. 108).

Eine Einschränkung irritiert in der Ankündigung jedoch: Noch bevor die Details zum genauen Ablauf der Synode und die Beteiligung von Laiinnen und Laien klar sind, stellt Bischof Frederik Hansen klar: Als Bischof sei er verpflichtet, "alles von der Synode auszuschließen, was der Lehre der Kirche widerspricht oder Zweifel daran aufkommen lässt", heißt es auf der Internetseite der Diözese. "Wir sind nicht dazu da, über Glauben und Moral zu entscheiden."

Dass eine Diözesansynode nicht der richtige Ort ist, um etwa die Weihe von Diakoninnen einzuführen, den priesterlichen Pflichtzölibat aufzuheben oder die Haltung der gesamten Kirche zu Homosexualität zu ändern, dürfte jeder Katholikin und jedem Katholiken klar sein. Zudem sind auch die Beschlüsse dieser Diözesansynode nicht automatisch kirchliches Recht, sondern müssen von Bischof Hansen erst in Kraft gesetzt werden. An ihm vorbei wird es keine Veränderungen geben.

Statt sich vor möglichen Beschlüssen zu fürchten und schon vor der ersten Kosultationsphase zu warnen, könnte Bischof Hansen sich darauf freuen, eine wirklich ehrliche Bestandsaufnahme über die katholische Kirche in seinem Bistum zu bekommen. Synodale Denkverbote sind dafür nicht zielführend. Denn wenn die Synode wirklich ein geistliches Geschehen und der Heilige Geist am Werk ist, dann kann ein bisschen mehr Vertrauen in Gott und das eigene Gottesvolk nicht schaden. Oder, um es mit dem Abschlussdokument der Weltsynode zu formulieren: "Was vom Heiligen Geist kommt, kann nicht aufgehalten werden." (Nr. 60)

Von Christoph Brüwer

Der Autor

Christoph Brüwer ist Redakteur bei katholisch.de.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der Autorin bzw. des Autors wider.