Abt blickt wieder optimistisch in die Zukunft von Maria Laach

Der wirtschaftliche Ruin des bekannten Benediktinerklosters Maria Laach ist nach Ansicht von Abt Mauritius Wilde nicht mehr zu erwarten, war aber nicht weit entfernt. In einem Interview im Deutschlandfunk sagte er am Freitag: "Es ging uns schon sehr schlecht. Aber wir sehen Licht." Man müsse verschiedene Betriebe wieder rentabel machen, "aber wir sind da sehr zuversichtlich".
Der Abt erläuterte weiter, früher hätten in dem Kloster am Südostrand der Eifel viele nicht geweihte Ordensbrüder gelebt, die in den verschiedenen Bereichen, in der Landwirtschaft, in der Gärtnerei, in der Elektrowerkstatt, arbeiteten: "Das waren sozusagen die Produktivkräfte des Klosters." Als diese Brüder aus Altersgründen nicht mehr weiter arbeiten konnten und nicht genügend jüngere nachkamen, habe man sie durch Angestellte ersetzen müssen. Wie bei einem Familienunternehmen seien Angestellte aber "viel teurer als ein Mitglied der Familie". So sei die Proportionalität "ein bisschen aus dem Rahmen gelaufen", bilanzierte der Ordensmann.
Neue Doppelspitze in Maria Laach
Wilde (60) war 2025 vom vatikanischen Ordensdikasterium zum Abt von Maria Laach ernannt worden. In der Abtei habe es zuvor Führungsquerelen gegeben. So etwas kenne man auch aus Familien, fügte der Abt hinzu: "Es gibt manchmal Situationen, wo sie einfach die Beziehungen verhaken." Dann sei nicht der eine oder andere schuld, sondern dann verhake sich die Konstellation immer mehr und es brauche Hilfe von außen. Die Mönche hätten sich nach einer neuen Leitung gesehnt und den Bedarf einer Lösung von außen gesehen.
In der neuen Doppelspitze mit Pater Maximilian Krenn aus Göttweig als neuem Prior sieht Wilde so etwas wie Vater und Mutter in einer Familie: "Das ist ja ganz gut, wenn man da an der Spitze zwei verschiedene hat. Die einen können mit dem besser, die anderen mit dem." Er halte die Teamarbeit für viel einfacher und gesünder.
Abschied aus Rom
Bis 2025 hatte Wilde in Rom gelebt. Bei seinem Abschied von dort habe er sich sehr stark auf das konzentriert, was vor ihm lag: "Ich wusste, warum ich weggehe, und das macht das Weggehen leichter." Und er ergänzte: "Wenn ich weiß, was Gott von mir will, dann ist das viel leichter, in diese Richtung zu gehen." Trotzdem sei der Abschied nicht einfach gewesen: "In dem Kloster, in dem ich war, Sankt Anselmo, waren wir 110 Mönche aus 40 verschiedenen Kulturen und Ländern – das war großartig." Das habe er mit schwerem Herzen losgelassen.
In seinem neuen Buch "Der Mönch in dir" plädiert Wilde für Gelassenheit und die Kunst des Loslassens. Freundschaften gingen auseinander, eine Prüfung werde nicht bestanden, eine Krankheit zeige, dass man nicht mehr so funktioniere, wie man das wolle: "Eigentlich ist das Leben ständig ein Loslassen." Das könne man nicht üben, aber wenn es auf einen zukomme, sollte man es aus Wildes Sicht annehmen und hindurchgehen. Jeder habe "einen Mönch in sich", als den Ort, an dem er ganz alleine sei, so der Abt weiter: "Es gibt ganz viele Punkte, wo wir existenziell ganz alleine sind." Es gehöre zum Menschsein dazu, diese zu umarmen und zu bestätigen. "Dann finde ich darin auch noch mehr mich selbst. Und wir christlichen Mönche würden sagen, dann finde ich Gott darin." (KNA)