Kardinal Hollerich hält Papstbesuch in Metz für wichtiges Symbol
Der luxemburgische Kardinal Jean-Claude Hollerich hat die symbolische Bedeutung des bevorstehenden Papstbesuchs in Metz im Dreiländereck von Frankreich, Luxemburg und Deutschland betont. Im Interview der Plattform "Vatican News" erinnerte er an den in Luxemburg aufgewachsenen französischen EU-Gründervater Robert Schuman (1886-1963), der in einem Vorort von Metz begraben ist.
Schon 1950 habe Schuman erklärt, dass ein geeintes Europa nicht mit einem Schlag entstehen könne, sondern allmählich verwirklicht werden müsse. Für den Christen Schuman sei es entscheidend gewesen, nach den Verbrechen des Krieges den Deutschen nicht in einer Haltung der Vergeltung, sondern der Vergebung zu begegnen.
Schumans Europa-Vision bleibt aktuell
Das Beispiel Schumans zeige, dass die Politik ein Ort werden könne, wo "die Wunden der Geschichte zu Wegen in die Zukunft verwandelt werden können". Gemäß diesem Vorbild brauche es auch heute junge Menschen, die sich aus der Überzeugung ihres Glaubens in der Politik engagieren und für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen.
Das europäische Projekt Schumans bleibe aktuell, betonte Hollerich. Europa brauche Männer und Frauen, die "über die Grenzen hinweg blicken können, ohne die eigene Identität zu verleugnen und die das eigene Vaterland verteidigen, ohne das des Nachbarn zu verachten, und die aus Unterschieden Chancen zur Zusammenarbeit machen". (KNA)
