Wahlerfolge von AfD und Linken

Religionssoziologe erwartet nach Wahlen schwierige Zeiten für Kirchen

Veröffentlicht am 21.09.2026 um 11:20 Uhr – Lesedauer: 

Köln/Berlin ‐ In Berlin hat die Linke die Wahl gewonnen, in Mecklenburg-Vorpommern die AfD. Für die Kirchen verheiße die Stärke beider Parteien nichts Gutes, so der Soziologe Pickel. Ebenso wenig wie für andere Glaubensgemeinschaften.

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Der Leipziger Religionssoziologe Gert Pickel sieht wegen der Wahlerfolge von AfD und Linken schwierige Zeiten auf Kirchen und andere Religionsgemeinschaften zukommen. Die Linke habe in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern sehr deutlich gemacht, dass sie die Kirchen nur als etwas sehe, das eine zivilgesellschaftliche Organisation wie jede andere auch sei, sagte Pickel am Montag im Deutschlandfunk.

Die AfD wiederum habe wahrgenommen, dass sich die christlichen Kirchen vor den Wahlen klar gegen die Partei positioniert haben. Die in Teilen gesichert rechtsextreme AfD sage, sie wolle ein Christentum, das sich nicht auf die großen Kirchen konzentriere, sondern eine größere Breite befördere, so Pickel. Wie diese Breite genau aussehen solle, führe die Partei aber nicht näher aus. Es könnte allerdings ein möglicher Machtverlust für die Kirchen drohen.

Sorgen in allen Religionsgemeinschaften

Die Religionsgemeinschaften hätten zusammen vor und nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern ihre Sorgen ausgedrückt, auch wegen der sehr stark gegen den Islam gerichteten Positionierungen der AfD, erklärte Pickel. Diese Sorge stehe auch vor dem Hintergrund, dass das, was anderen Religionsgemeinschaften passiere, auch einem selbst irgendwann drohen könne.

Für die jüdische Gemeinschaft sei es ebenfalls nicht beruhigend, wenn die AfD stark sei, sagte Pickel. Die AfD sei eine rechte Partei und in einigen Bundesländern als gesichert rechtsextrem eingestuft. Daher seien antisemitische Ressentiments sehr stark verbreitet. Es sei zu erwarten, dass unter der AfD antisemitische Straftaten weniger verfolgt würden. Zudem stehe die Partei auf Bundesebene dafür, die Erinnerungskultur an den Holocaust zurückzudrängen. (KNA)