Wahlverhalten bei Landtagswahl

SPD liegt unter Christen in Mecklenburg-Vorpommern vor der AfD

Veröffentlicht am 21.09.2026 um 14:00 Uhr – Lesedauer: 

Schwerin ‐ Hätten in Mecklenburg-Vorpommern bei der Landtagswahl nur Christen abgestimmt, wäre die CDU weiterhin im Parlament vertreten – und der Wahlsieger hieße auch nicht AfD.

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Die SPD hat bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern unter christlichen Wählern mehr Stimmen geholt als die AfD. Während die AfD in dieser Gruppe konfessionsübergreifend mit 31 Prozent schlechter abschneidet als im Gesamtergebnis mit 38,2 Prozent, ist das Bild bei der SPD geteilt: Unter katholischen Wählern kommen die Sozialdemokraten auf 33 Prozent, unter evangelischen auf 40 Prozent. Das geht aus einer Auswertung der Forschungsgruppe Wahlen hervor, die der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) exklusiv vorliegt. Insgesamt liegt die SPD laut vorläufigem Endergebnis der Wahl vom Sonntag bei 35,5 Prozent.

Bei der CDU sind die Unterschiede noch gravierender: So machten nur 3 Prozent der konfessionslosen Wählerinnen und Wähler ihr Kreuz bei den Christdemokraten. Von den Katholiken waren es hingegen 14 und von den Protestanten 10 Prozent. Mit insgesamt 4,9 Prozent flog die CDU erstmals in ihrer Geschichte aus einem Landesparlament. Die Linke schnitt bei Christen etwas schlechter ab als bei Konfessionslosen, bei den Grünen war es andersherum. Für das BSW fiel der Unterschied zwar kleiner aus, war aber womöglich entscheidend: Bei Wählern ohne Religionszugehörigkeit erreichte die Partei 5 Prozent, was für den Einzug in den Landtag eventuell gereicht hätte. Bei katholischen und evangelischen Wählern waren es dagegen nur 4 Prozent.

Ältere Christen wählen häufiger SPD und CDU

Schaut man auch auf das Alter der Wähler, zeigt sich, dass SPD und CDU besonders bei Christen ab 60 Jahren punkten konnten. Jüngere christliche Wählerinnen und Wähler bis 34 Jahre wählten dagegen kaum die CDU. Auch bei evangelischen Wählern in der Altersgruppe dazwischen kamen die Christdemokraten nur auf 8 Prozent. Linke und Grüne hatten besonders unter jüngeren konfessionellen Wählern hohe Werte, die AfD erhielt die höchste Zustimmung in der mittleren Altersgruppe.

Beim Blick auf das Wahlverhalten von Frauen und Männern fällt auf, dass christliche Männer in etwa so häufig die AfD wählten, wie es dem Gesamtergebnis entsprach. Frauen wählten die in Teilen rechtsextreme Partei hingegen deutlich seltener. Insbesondere evangelische Frauen gaben mit 46 Prozent dafür häufig der SPD ihre Stimme. Die CDU kam bei ihnen nur auf 7 Prozent.

Die Forschungsgruppe Wahlen hatte am Wahlsonntag in Mecklenburg-Vorpommern rund 17.700 Wähler in Wahllokalen befragt – unmittelbar nachdem sie ihre Stimme abgegeben hatten. Davon wurden 8.900 auch nach Konfession befragt. In dem Bundesland gehören rund zwölf Prozent der Bevölkerung der evangelischen Kirche und etwa drei Prozent der katholischen Kirche an. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern kommt die AfD auf 38,2 Prozent, die SPD auf 35,5 Prozent, die Linke auf 6,5 Prozent und die Grünen kommen auf 5,7 Prozent. CDU und BSW sind mit 4,9 und 4,8 Prozent nicht im neuen Landtag vertreten. (KNA)