Das Bischofsamt sollte verantwortungsvoller werden
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Die Belastungen sind hoch, der Dank gering. Immerhin muss man Kirchen schließen, Pfarreien fusionieren und Kirchenaustritte rechtfertigen. Dem gegenüber steht ein zunehmender Anerkennungsverlust in der säkularen als auch kirchlichen Öffentlichkeit. Was also macht künftig das Bischofsamt noch attraktiv? Thomas Schüller hat in einem pointierten Gastbeitrag angesichts der zahlreichen Bischofsrücktritte in der letzten Zeit gefordert, die Amtszeit der Diözesanbischöfe auf acht Jahre zu begrenzen und von nicht notwenigen Entscheidungsbefugnissen zu entrümpeln. Aufgabe sei Verkündigung des Evangeliums sowie Dienst an den Armen und der Einheit in seiner Diözese.
Das klingt zunächst sehr eingängig und zustimmungswürdig. Doch sollte es nicht voreilig beklatscht werden. Schon heute hat der Diözesanbischof durch Beauftragungen und die Inanspruchnahme seines Alter Egos, des Generalvikars, ausreichend Möglichkeiten, sich auf die für ihn notwendigen Entscheidungsbefugnisse zu konzentrieren. Bei aller Wertschätzung einer stärkeren Gewaltenteilung in den Diözesen sollte darauf geachtet werden, dass eine bischöfliche Leitungsfunktion nicht nur auf eine spirituelle Dimension begrenzt wird. Schon theologisch bringt dies Macht und Vollmacht in eine schwierige Spannung. Vor allem machtpolitisch sollte – in kontrollierter Weise – ein Bischof letztlich die in Abstimmung mit seinen Synodalen Gremien Hoheit über Personal und Geld behalten, um die Maßnahmen zur Verkündigung des Evangeliums zu priorisieren. Das wird die Bischöfe nicht vor unliebsamen Entscheidungen schützen. Die Kirche von morgen braucht Hirten, die nicht nur pastoral Hörende sind, sondern eine Bereitschaft mitbringen, ihre Vision von der künftigen Kirche mit Kraft und Bereitschaft zur Beteiligung umzusetzen. Das macht das Bischofsamt nicht bequemer, aber verantwortungsvoller.
Der Autor
Dr. Thomas Arnold baut im Leitungsstab des Sächsischen Staatsministeriums des Innern den Bereich strategische Planung, Organisationsentwicklung und Controlling auf. Zuvor leitete er von 2016 bis 2024 die Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen.
Hinweis
Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der Autorin bzw. des Autors wider.
