Die kirchliche Brandmauer zur AfD muss bleiben

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Der Siegeszug der AfD geht vorerst weiter. Nach dem deutlichen Wahlsieg in Sachsen-Anhalt hat die Partei am Wochenende auch bei den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ihr Ergebnis im Vergleich zu den vorherigen Wahlen in beiden Ländern jeweils fast verdoppeln können.
Nach jedem Wahlerfolg der AfD wird in Politik und Gesellschaft derzeit drängender die Frage nach dem weiteren Umgang mit der Partei diskutiert. Welche Zukunft hat die Brandmauer? Sollte man die AfD doch in Regierungsverantwortung kommen lassen, damit sie sich selbst entzaubert? Oder soll man im Gegenteil doch auf ein Verbot der Partei hinarbeiten?
Auch in der katholischen Kirche wachsen angesichts der jüngsten Wahlerfolge der AfD offenbar Zweifel, ob die bisherige Strategie im Umgang mit der Partei richtig war. Wer sich in diesen Tagen mit Kirchenvertretern unterhält, kann den Eindruck bekommen, dass die kirchliche Brandmauer zur AfD kleine Risse bekommt. War es klug, sich als Kirche so deutlich von der Partei abzugrenzen? Hat man damit nicht den Zugang zu deren Wählern verloren? Wäre mehr Dialog besser gewesen? Solche Fragen werden hinter vorgehaltener Hand diskutiert.
Einerseits sind diese Fragen verständlich. Andererseits führen sie am entscheidenden Punkt vorbei. Denn die Kirche hat sich ja nicht aus einer Laune heraus von der AfD distanziert. Sie hat eine Grenze gezogen, weil sie bei der Partei und deren Programm Positionen erkannt hat, die mit dem eigenen Fundament und dem Grundgesetz nicht vereinbar sind.
Die Bischöfe haben unmissverständlich erklärt: Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar, rechtsextreme Parteien sind deshalb für Christen "nicht wählbar". Gerade jetzt, wo die AfD weiter an Zustimmung gewinnt, muss die Kirche diesbezüglich standhaft bleiben. Je größer der Einfluss der Partei wird, desto wichtiger ist die klare Haltung der Kirche.
Menschenwürde und Nächstenliebe sind keine Frage der Mehrheitsverhältnisse. Sie müssen auch dann gelten, wenn es politisch unbequem wird. Die Kirche muss ohne Wenn und Aber an der Seite derjenigen stehen, die bedrängt und ausgegrenzt werden. Und gerade jetzt muss die Kirche der AfD und ihren rechtsextremen Positionen deutlich widersprechen.
Der Autor
Steffen Zimmermann ist Korrespondent von katholisch.de in Berlin.
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Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der jeweiligen Autorin bzw. des Autors wider.