Nach Faktencheck-Video

Organisation widerspricht "Tagesschau"-Bericht über Brandanschläge

Veröffentlicht am 08.10.2026 um 14:05 Uhr – Lesedauer: 

Wien ‐ Die österreichische Nichtregierungsorganisation OIDAC Europe kritisiert die negative Darstellung ihrer Arbeit in einem YouTube-Video der "Tagesschau". Man halte sich an international anerkannte Methoden.

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Die österreichische Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung gegenüber Christen in Europa (OIDAC Europe) widerspricht einem Faktencheck der "Tagesschau" zu Brandanschlägen auf Kirchen. Der Sender hatte im Format "Rabbit Hole" auf YouTube 33 von der OIDAC gelistete Anschläge im Jahr 2024 geprüft und erklärt, keine Fälle politisch motivierter Brandstiftung festgestellt zu haben. Der Beitrag der "Tagesschau" sei "alles andere als faktisch", er stelle nur die Fakten dar, die ins Bild passten, sagte die OIDAC am Donnerstag gegenüber katholisch.de.

Die Organisation betont, dass sie für die Erfassung der Fälle die "Hate-Crime-Methode" der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) anwende. Diese Methode ordne Angriffe auf religiöse Einrichtungen wie Kirchen, Moscheen und Synagogen als "Bias Indicator" ein – als Fälle also, die auf eine Anfeindung einer bestimmten Gruppe gegenüber hindeuten. Dies habe man der "Tagesschau" auf Anfrage auch so mitgeteilt, so OIDAC. Tatsächlich kritisierte der Sender die Arbeitsweise der OIDAC, ohne die OSZE zu erwähnen.

Kritik an Erfassungsmethodik

Darüber hinaus betont die OIDAC, dass sie keine Vermutungen über Täter anstelle. Man kritisiere nur sachlich die Erfassungsmethodik des Bundeskriminalamts, die sich auf politische Motive beziehe und andere Motive dabei übersehe. Auch Landeskriminalämter hätten dieses Problem gegenüber der OIDAC beschrieben.

Das von der "Tagesschau" verantwortete Faktencheck-Format "Rabbit Hole" hatte am Dienstag ein Video veröffentlicht, in dem es den 33 von der OIDAC genannten Fälle von Brandstiftung nachging. Anfragen bei den zuständigen Polizeidienststellen hätten laut der "Tagesschau" ergeben, dass es sich in den meisten Fällen um Sachbeschädigung durch Brandlegung mit geringem Schaden gehandelt habe. (mbu)