Medienbericht: Waldstein zieht Schriften zum Neo-Integralismus zurück
Pater Edmund Waldstein hat laut einem Medienbericht seine Schriften zum Neo-Integralismus zurückgezogen. Das bestätigte der Rektor der Hochschule des österreichischen Stifts Heiligenkreuz, Wolfgang Klausnitzer, am Donnerstag der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost". Waldstein ist Dozent für Moraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI., derzeit aber von der Lehre ausgeschlossen. Nach Tagespost-Angaben darf er sich zur Debatte um seine Person derzeit nicht äußern.
Waldstein gilt vielen Beobachtern als zentrale Figur bei der Entstehung des katholischen Neo-Integralismus. Nach Ansicht von Experten soll der Zisterzienser Teil eines rechtskonservativen und reaktionären Netzwerks mit guten Beziehungen in oberste Kreise der US-Politik sein. Der Integralismus ist eine Machtideologie, die darauf zielt, die Gesamtheit des öffentlichen und privaten Lebens der katholischen Kirche zu unterwerfen.
Waldstein hatte in seinem Blog "Sancrucensis" die Todesstrafe für Häretiker als legitim bezeichnet, also für Menschen, die von der offiziellen Glaubenslehre abweichen. In der darauf folgenden Debatte hatte Rektor Klausnitzer eine wissenschaftliche Darlegung von Waldstein gefordert. Darin hatte dieser versucht, seine Thesen theologiegeschichtlich zu rechtfertigen – zum Missfallen des Rektors: "Die von ihm dabei verwendete Theologische Prinzipienlehre würde ich keinem Erstsemesterstudenten durchgehen lassen", kommentierte er im September. (KNA)
9.10., 15:30 Uhr. Meldung der KNA aktualisiert. Waldstein hatte in seinem Blog die Todesstrafe für Häretiker als legitim bezeichnet, nicht gefordert.
