Ehemaliger Orchestermusiker

Johannes Zehe ist neuer Weihbischof im Erzbistum Hamburg

Veröffentlicht am 10.10.2026 um 12:13 Uhr – Lesedauer: 

Hamburg ‐ Erst die Geige, jetzt der Bischofsstab: Der frühere Orchestermusiker Johannes Zehe ist neuer Weihbischof von Hamburg. Bei seiner Weihe warnt Erzbischof Stefan Heße vor Angst in der Kirche.

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Das Erzbistum Hamburg hat einen neuen Weihbischof. Erzbischof Stefan Heße weihte den Priester Johannes Zehe am Samstag im Sankt-Marien-Dom zum Bischof. Der 62-Jährige soll den Hamburger Erzbischof künftig in der Leitung des Bistums unterstützen.

Heße rief Zehe in seiner Predigt dazu auf, als Bischof Zeuge des Evangeliums und Bote des Friedens zu sein. Das bischöfliche Amt sei nur lebbar und verstehbar in der Treue zu Jesus Christus, sagte der Erzbischof. Der Bischof werde nicht zu einem Manager oder Vorstandsmitglied eines religiösen Konzerns geweiht, sondern zum Zeugen der Auferstehung.

Mit Blick auf das Evangelium von den Jüngern, die nach dem Tod Jesu hinter verschlossenen Türen saßen, warnte Heße vor Angst als Grundhaltung der Kirche. "Mit Angst bewegt man gar nichts", sagte er. Wo Jesus in die Mitte trete, entstünden dagegen Gemeinschaft, Zuversicht und Dynamik. Der Bischof sei zudem nicht nur zu Katholiken gesandt, sondern zu allen Menschen. Zehe solle den Frieden "in alle Winkel unseres Bistums und der ganzen Welt" hineintragen.

Auch Politiker anwesend

Zu dem Gottesdienst kamen auch Mitglieder der Landesregierungen und Parlamente aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie Vertreter anderer Konfessionen und Religionen. Unter ihnen waren die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs sowie die Bischöfe Felix Genn und Heinrich Timmerevers.

Papst Leo XIV. hatte Zehe Ende Juni zum Weihbischof im Erzbistum Hamburg ernannt. Der gebürtige Mecklenburger folgt auf den emeritierten Weihbischof Horst Eberlein, der im Oktober 2025 in den Ruhestand verabschiedet worden war. Zu den Aufgaben eines Weihbischofs gehört unter anderem die Spendung der Firmung. Zudem vertritt er den Erzbischof bei kirchlichen und gesellschaftlichen Anlässen und übernimmt pastorale Aufgaben.

Zehe wurde 1963 in Neustrelitz geboren. Vor seinem Theologiestudium studierte er Musik in Berlin, arbeitete als Geigenlehrer und spielte im Philharmonischen Orchester des Theaters Stralsund. 1999 wurde er in Hamburg zum Priester geweiht. Anschließend war er unter anderem in Neubrandenburg und Lübeck tätig. Zuletzt war er als Regens für die Priesterausbildung des Erzbistums zuständig – eine Aufgabe, die er auch künftig beibehalten soll. Zum Erzbistum Hamburg gehören die rund 330.000 Katholiken in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg. Es ist das flächenmäßig größte Bistum in Deutschland. (KNA)