US-Erzbischof in Nigeria: Ihr gebt euer Leben für unseren Herrn
Der Erzbischof von San Francisco, Salvatore Joseph Cordileone, hat die Gläubigen in Nigeria für ihren Mut und ihre Standfestigkeit im Glauben gelobt. "Ich muss zugeben, dass ich mich demütig fühle, ja sogar fehl am Platz, dass ich als Mensch aus dem Westen euch hier diese Worte verkünde", sagte Cordileone laut einem Bericht von "ACIAfrica" in einer Predigt am Wochenende in der nigerianischen Diözese Makurdi. "Unsere Rollen sollten vertauscht sein. Denn ihr seid es, die ihr euer Leben für unseren Herrn hingebt. Zu viele eurer Brüder und Schwestern tun dies buchstäblich mit ihrem Blut."
Es sei "ironisch", dass die Gläubigen im Westen dieses Zeugnis bräuchten. "Der Westen wird nicht durch blutige Verfolgung und mit Waffen überwältigt, sondern durch eine innere Verfolgung, die von Isolation, Depression, Einsamkeit und Angst geprägt ist", so der US-Amerikaner. Die Kirche im Westen müsse Afrikas Stimme in Fragen des Familienlebens, der zwischenmenschlichen Beziehungen und der selbstlosen Liebe anhören. "Im Westen verstehen wir diese grundlegenden Wahrheiten nicht mehr, nicht einmal, was es bedeutet, eine Familie zu sein, die aus der gegenseitigen, selbstlosen Liebe von Mann und Frau entsteht“, sagte der US-amerikanische Erzbischof.
"Ihr leidet bis hin zum Blutvergießen"
Cordileone sicherte den Gläubigen zugleich die Unterstützung der Katholiken im Westen zu. "Wir beten und sehnen uns nach einem Ende des Blutvergießens und der Verfolgungen unserer geliebten katholischen Brüder und Schwestern hier in Ihrem Land." Sicherheit und materieller Komfort in den USA hätten die Christen dort von der Realität religiöser Verfolgung abgeschirmt. "Aber für diejenigen unter uns, die aufmerksam sind, sind das heldenhafte Opfer und das Leiden eurer Priester und Gläubigen zwar ein Grund zur Trauer, aber auch eine Quelle der Inspiration", sagte der Erzbischof. "Ihr leidet bis hin zum Blutvergießen und bleibt dennoch voller Freude in eurem christlichen Glauben."
Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas und von zahlreichen Konflikten geprägt. Dabei werden immer wieder Christen angegriffen, entführt und ermordet. Vor allem im Nordosten des Landes werden von verschiedenen islamistischen Gruppen immer wieder Anschläge verübt. Dabei sind auch Christen das Ziel. Laut einer Auswertung der nigerianischen Bischofskonferenz wurden zwischen 2015 und 2025 mindestens 212 katholische Priester entführt. (cbr)
