Fastenzeit und Ramadan beginnen fast gleichzeitig

Bätzing: Verbindendes zwischen Christen und Muslimen wahrnehmen

Veröffentlicht am 17.02.2026 um 14:45 Uhr – Lesedauer: 

Bonn ‐ Am Mittwoch beginnt die christliche Fastenzeit, am Donnerstag der islamische Fastenmonat Ramadan – ein Grund, auf Verbindendes zu schauen, meint Bischof Georg Bätzing. Besonders liegt ihm der Frieden in Nahost am Herzen.

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, sieht im nahezu gleichzeitigen Beginn von Fastenzeit und Ramadan ein schönes Zeichen. "Diese seltene Übereinstimmung lädt uns dazu ein, mit wachem Sinn all das wahrzunehmen, was uns miteinander verbindet", schreibt der Limburger Bischof in einem am Dienstag veröffentlichten Grußwort an muslimische Gläubige. Er erinnerte an die Situation von Juden, Christen und Muslimen im Heiligen Land, die von Frieden weit entfernt seien.

Während seines Besuchs am Jahresende sei ihm schmerzlich bewusst geworden: "Eine gerechte Friedensordnung, die die Menschenwürde von Israelis und Palästinensern gleichermaßen schützt, ist in weite Ferne gerückt." Die Gewalt habe äußerlich wie innerlich tiefe Wunden geschlagen. Doch inmitten der Verwüstungen sei der Wunsch nach Frieden allgegenwärtig.

Religion als Ressource für den Frieden

Bätzing verwies auf die Friedensbotschaft von Papst Leo XIV. zum 1. Januar. Wer durch das Gebet Herz und Verstand weite, öffne seine Augen für das Leid der Mitmenschen. So würden Menschen fähig, solidarisch zu handeln, Brücken zu bauen und die Würde jedes Menschen zu achten. "Dann ist Religion auch keine Barriere, sondern eine Ressource für den Frieden", so Bätzing. Dazu trage Fasten bei, das mehr sei als materieller Verzicht und körperliche Askese. Vielmehr könne dadurch die Beziehung zu Gott vertieft und zugleich eine größere Achtsamkeit gegenüber Mitgeschöpfen entwickelt werden.

Der scheidende Konferenzvorsitzende rief dazu auf, sich "jeder Form von Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzustellen, sei es Rassismus, Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit". Gerade in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Polarisierung dürfe man sich nicht entmutigen lassen, sondern sei aufgerufen, Zeugnis für Gerechtigkeit und Versöhnung abzulegen. (KNA)