Ein Schwerverletzter: Bischof fordert Aufklärung von Polizeieinsatz
Der Bischof von Austin im US-Bundesstaat Texas zeigt sich bestürzt über den gestrigen Schusswaffenangriff durch die Sicherheitsbehörde ICE auf einen Mann in der Stadt Austin. Über die Social-Media-Kanäle des Bistums erklärte Bischof Daniel Garcia am Montag: "Heute wurde die Glaubwürdigkeit einer Bundesbehörde, die uns eigentlich schützen soll, durch Vorfälle wie den heutigen geschwächt." Am Sonntag hatte ein Behördenmitarbeiter laut übereinstimmenden Medienberichten in Austin einen 28-jährigen Mann aus Venezuela angeschossen und schwer verletzt. Die Menschen in Austin und Texas lebten aufgrund der verstärkten ICE-Präsenz auf den Straßen "in Schrecken und Angst", schreibt der Bischof. Viele würden allein aufgrund ihrer Hautfarbe oder Sprache festgenommen.
Garcia forderte die Katholiken von Austin auf, für den angeschossenen Mann, seine Familie, alle Betroffenen und Beteiligten sowie für die gesamte Gemeinschaft zu beten. "Nun, da die Ermittlungen beginnen, lasst uns darum beten, dass die Behörden auf Bundes-, Landes- und Stadtebene transparent und ehrlich darüber berichten, was heute Nachmittag geschehen ist, damit das Vertrauen in unsere staatlichen Institutionen gestärkt und nicht geschwächt wird", ergänzte er. Die Kirche fordere weiter nachdrücklich eine umfassende Einwanderungsreform und eine Einwanderungspolitik, die die Rechtsstaatlichkeit achte. Er erinnerte an die gleiche Würde eines jeden Menschen, "die stets geachtet und geschützt werden muss".
Gemeinsam mit Katholiken auf der ganzen Welt begeht das Bistum Austin aktuell eine "Nationale Migrationswoche", die am Welttag der Migranten und Flüchtlinge (27. September) endet. Die Woche erinnert laut Garcia daran, dass alle Menschen Brüder und Schwestern seien. "Wenn einem Menschen Unrecht geschieht, sind wir alle davon betroffen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Unterschiede in der Staatsangehörigkeit unsere Anerkennung der Würde schmälern, die jedem Menschen zusteht." Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Paul Coakley, hatte bereits mehrfach indirekt das Vorgehen der Einwanderungspolizei kritisiert und die Achtung von Menschenrechten eingefordert. (KNA)
