Schottische Bischöfe machen Vorschläge zu Bistumsfusionen
Die schottische Bischofskonferenz hat auf Bitten des Vatikans erste Vorschläge zu einer möglichen Reduzierung der Anzahl von Bistümern erarbeitet. Die Bischöfe veröffentlichten in einer Pressemitteilung am Montag sieben Optionen, von denen fünf die Fusion von zwei Bistümern vorsehen, eine die Zusammenlegung von drei Bistümern und eine die Beibehaltung der aktuellen Diözesenstruktur, jedoch mit stärkerer Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung. Die Fusionsvorschläge sehen bis auf eine Ausnahme die Zusammenlegung von Bistümern vor, die gegenwärtig in verschiedenen Kirchenprovinzen liegen. Alle Optionen würden nun zur weiteren Reflexion und Konsultation in den acht Diözesen vorgelegt.
Die Bischöfe betonten, dass es keinen festgelegten Fahrplan gebe und es sich lediglich um Möglichkeiten für eine weitere Entscheidungsfindung handle. Deshalb solle es einen Konsultationsprozess geben, bei dem "jeder in jeder Pfarrei" dazu ermutigt werde, "seine Stimme zu erheben". Allerdings seien die Gläubigen aufgefordert, "über die eigenen Interessen hinauszuschauen und zu überlegen, was der katholischen Kirche in Schottland als Ganzes am besten dient".
Fokus auf Evangelisierung
Gleichzeitig unterstich die Bischofskonferenz, dass es bei dem Prozess nicht nur um administrative Anpassungen oder eine effektivere Verteilung von Ressourcen gehe. "In erster Linie geht es darum, wie wir das Evangelium besser verkünden, unseren Klerus, unsere Ordensleute und Laien unterstützen und unsere Pfarreien und Gemeinschaften im Hinblick auf die Evangelisierung stärken können", heißt es.
Im März hatten die Bischöfe bekanntgegeben, dass der Vatikan sie gebeten habe, die Struktur der Kirche in Schottland zu überprüfen. Dabei sollte explizit thematisiert werden, ob die derzeitige Aufteilung in acht Diözesen noch angemessen ist. Begründet wurde der Auftrag des Vatikans unter anderem mit Herausforderungen wie dem Rückgang der Zahl der Geistlichen und schwindenden Ressourcen. Erste Diskussionsergebnisse kündigten die Bischöfe für den Herbst an.
Die katholische Kirche in Schottland ist in zwei Kirchenprovinzen unterteilt. Zur Kirchenprovinz Glasgow gehören das Erzbistum Glasgow sowie die Bistümer Motherwell und Paisley; zur Kirchenprovinz St. Andrews und Edinburgh gehören das gleichnamige Erzbistum sowie die Bistümer Aberdeen, Argyll and the Isles, Dunkeld und Galloway. Laut der Volkszählung im Jahr 2022 bekennen sich in Schottland rund 723.000 Menschen zum Katholizismus, was einem Anteil von 13,3 Prozent an der Gesamtbevölkerung entspricht. (mal)
