Kirchliches Bündnis warnt vor einem Ausbremsen der Energiewende
Ein Bündnis aus kirchlichen Verbänden und Landeskirchen hat anlässlich der geplanten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes für mehr Klimaschutz geworben. In einem am Freitag verbreiteten Appell äußern die Unterzeichner ihre Sorge, dass die Abhängigkeit von fossilen Energien länger festgeschrieben und der Ausbau der erneuerbaren Energien ausgebremst wird. Anlass für den "Ökumenischen Appell für eine gerechte Klima- und Energiepolitik" ist die geplante Anhörung zum Gesetzentwurf im Wirtschaftsausschuss des Bundestags in der kommenden Woche.
Zu den Unterzeichnern gehören das katholische Hilfswerk Misereor, der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK), der Familienbund der Katholiken, das Umweltbüro Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und evangelische Landeskirchen.
"Belastung für kommende Generationen"
Unterstützt wird der Aufruf auch von Einzelpersönlichkeiten der beiden Kirchen, darunter die evangelische Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt und ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp. Kühnbaum-Schmidt betonte, die vergangenen Monate hätten erneut gezeigt, wie spürbar die Folgen der Klimaveränderungen bereits heute seien. Besonders seien die Menschen im globalen Süden betroffen. "Was wir jetzt unterlassen, belastet kommende Generationen."
Stetter-Karp sagte, es sei ein richtungsweisender Schritt, dass die Bundesregierung einen Fahrplan zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas vorgelegt habe. Gelder flössen in lokale Wertschöpfung anstatt in teure fossile Importe. Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und das Netzpaket gefährdeten den Weg. Wenn Anreize für Investitionen sinken, drohe die Energiewende ausgebremst zu werden.
Energiewende sozial gestalten
In dem Appell fordern die Unterzeichnenden die Bundesregierung und den Bundestag auf, den Ausbau von Wind- und Solarenergie konsequent voranzutreiben, den Ausstieg aus fossilen Energien verbindlich abzusichern und die Energiewende sozial gerecht zu gestalten. Statt neuer fossiler Abhängigkeiten brauche Deutschland verlässliche politische Rahmenbedingungen für Klimaschutz, Investitionen und Versorgungssicherheit.
Der Familienbund der Katholiken erklärte, eine Abschwächung klimapolitischer Ziele, Verzögerungen beim Ausbau erneuerbarer Energien und Festhalten an fossilen Energieträgern gefährdeten nicht nur die Zukunft, sondern belasteten schon heute den sozialen Frieden. Echter und familiengerechter Klimaschutz sei eine Frage der sozialen Fairness und Ausdruck von Verantwortung zur Bewahrung der Schöpfung. (KNA)
2.10., 11 Uhr: Ergänzt um weitere Details.
