Kommissionen der Bischofskonferenz

Von Glaube bis Weltkirche: Das sind die acht neuen Vorsitzenden

Veröffentlicht am 29.09.2026 um 14:30 Uhr – Von Matthias Altmann, Christina Denk, Mario Trifunovic und Steffen Zimmermann – Lesedauer: 

Fulda ‐ Statt bisher 14 gibt es ab sofort nur noch acht Kommissionen innerhalb der Bischofskonferenz. Für diese Gremien wurden bei der laufenden Vollversammlung in Fulda neue Vorsitzende gewählt. Katholisch.de stellt sie vor.

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Neben der zweimal jährlich tagenden Vollversammlung als oberstem Organ der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem Ständigen Rat als Beratungsgremium der Diözesanbischöfe sind die Bischöflichen Kommissionen die dritte wichtige Säule der DBK. Die Kommissionen, deren Zahl jetzt von 14 auf acht reduziert wurde, haben jeweils die Aufgabe, die Entwicklung in ihrem Sachbereich zu beobachten und entsprechende Stellungnahmen für die Vollversammlung zu erarbeiten. Außerdem sollen sie die Beschlüsse der Vollversammlung und des Ständigen Rates durchführen und laufen Aufgaben erledigen, wie es auf der Internetseite der DBK heißt. Die Kommissionen werden jeweils von einem Bischof als Vorsitzendem geführt. Katholisch.de stellt die bei der laufenden Herbstvollversammlung in Fulda gewählten Kommissionsvorsitzenden und die Aufgaben der einzelnen Kommissionen vor.

Bild: ©KNA/Julia Steinbrecht (Archivbild)

Bischof Franz-Josef Overbeck.

Kommission Glaube und Wissenschaft (Kommission I): Bischof Franz-Josef Overbeck

Mit Bischof Franz-Josef Overbeck bleibt eine Kommissionleitung erhalten. Der Essener Bischof hatte bei der Herbstvollversammlung 2021 erstmals die Leitung der Glaubenskommission übernommen. Jetzt wurde er wiedergewählt – mit einem Aufgabengebiet mehr. Denn die Glaubenskommission wurde mit dem Bereich Wissenschaft zusammengelegt, dessen Vorsitz zuvor Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki innehatte.

Aufgabe der neuen Kombi-Kommission ist es laut der DBK, Fragen rund um die Glaubenslehre der Kirche zu beantworten. Dazu zählen zum Beispiel das Gottesbild oder die Sakramente. Auch ethische Fragen sind hier angesiedelt, insbesondere Fragen zum Schutz menschlichen Lebens.

Mit Blick auf die Wissenschaft beobachtet die Kommission aktuelle Entwicklungen. Hier werden auch theologische und katholische Hochschul- und Wissenschaftseinrichtungen begleitet und das Studium der katholischen Theologie im Allgemeinen. Zusätzlich fallen bischöfliche Werke der Studienförderung wie das Cusanuswerk und der Katholische Akademische Ausländer-Dienst (KAAD), der Nachwuchskräfte aus Afrika, Asien, dem Nahen Osten, Lateinamerika und Osteuropa mit Stipendien und Forschungsaufenthalten unterstützt, sowie die katholische Erwachsenenbildung in den Aufgabenbereich der Kommission.

In seiner Rolle als Vorsitzender der Glaubenskommission hatte sich Overbeck intensiv mit dem Lebensschutz beschäftigt. Im vergangenen Jahr hatte er vor der zunehmenden Kontrolle bei Pränataltests auf Trisomien gewarnt. Die Kommission sah darin eine Gefährdung des christlichen Menschenbildes, das jedes Leben als Gottesgabe versteht und plädierte für eine verantwortungsvolle Begleitung werdender Eltern. Auch das Thema Lebensschutz am Ende des Lebens war zuletzt Teil der Glaubenskommission. Unter Overbeck wurde eine neue Orientierungshilfe zur Begleitung der letzten Lebensphase veröffentlicht. "Nicht nur in kirchlich getragenen Einrichtungen, aber gerade da ist es unverzichtbar, dass in einem solchen Prozess der ganze Mensch mit seinen Bedürfnissen, Nöten, Sorgen, aber auch Wünschen und Hoffnungen und nicht zuletzt mit seinem Glauben in den Blick genommen wird", so Overbeck.

Bischof Stephan Ackermann
Bild: ©KNA/Julia Steinbrecht (Archivbild)

Bischof Stephan Ackermann.

Kommission Liturgie und Kultur (Kommission II): Bischof Stephan Ackermann

Bereits zum zweiten Mal wiedergewählt wurde Bischof Stephan Ackermann als Vorsitzender des Bereichs Liturgie. Damit bleibt die Verantwortung für den Bereich auch in der Bischofsstadt Trier, in der seit fast 80 Jahren das Deutsche Liturgische Institut seinen Sitz hat, wo Fragen rund um die Liturgie der katholischen Kirche in Deutschland und im deutschen Sprachgebiet behandelt werden.

Die Kommission Liturgie beschäftigt sich laut der DBK mit "allen Fragen der Gottesverehrung in der Liturgie". Dazu zählen auch ganz praktische Aufgaben, wie "die Erarbeitung deutschsprachiger liturgischer Texte, die Vorbereitung liturgischer Bücher oder auch das Erstellen liturgiepraktischer Handreichungen". Bei der Herbstvollversammlung wurde die Kommission nun mit dem Bereich Kultur zusammengelegt, den zuvor Kardinal Rainer Maria Woelki betreut hatte. Im Bereich der Kultur unterstützt die Kommission die Arbeit der "katholischen Kirche in Deutschland als Kulturträger". Dazu zählen zum Beispiel das Gespräch mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern und die Auseinandersetzung mit deren Kunst, Kunst in Kirchengebäuden und kulturellen Einrichtungen.

Ackermann hatten in seiner bisherigen Zeit als Kommissionsvorsitzender zum einen die praktischen Fragen beschäftigt. Unter seiner Leitung wurde zuletzt das neue Lektionar für die deutschsprachige Messfeier komplett veröffentlicht. Über sieben Jahre wurden die acht Bände von Lektionar und Evangeliar erarbeitet. Ziel sei es gewesen, aktuellen ästhetischen Ansprüchen und liturgiepraktischen Anforderungen gerecht zu werden.

Die Kommission Liturgie ist aber auch für die Fragen rund um die Segnung homosexueller und anderer Paare verantwortlich. Mit der Handreichung "Segen gibt der Liebe Kraft" hatte die Kommission Segensfeiern für homosexuelle Paare und Paare, die nach einer Scheidung wieder zivil verheiratet sind, offiziell vorgesehen. Der Vatikan hatte Ackermann daraufhin unter anderem in einem Brief darauf hingewiesen, dass es sich maximal um eine beiläufige und eher spontane Segnung handeln dürfe. Das Thema dürfte die Kommission auch in der neuen Amtsperiode weiter beschäftigen.

Bild: ©KNA/Julia Steinbrecht (Archivbild)

Bischof Peter Kohlgraf.

Missionarische Pastoral und kirchliche Dienste (Kommission III): Bischof Peter Kohlgraf

Auch für den Mainzer Bischof Peter Kohlgraf (59) ist die neue Kommission kein komplett neues Terrain, schließlich war er bislang bereits Vorsitzender der Pastoralkommission. Diese wurde nun im Zuge der Reform mit dem Bereich kirchliche Dienste zusammengelegt, der bisher vom stellvertretenden DBK-Vorsitzenden, dem Fuldaer Bischof Michael Gerber, geleitet wurde. Kohlgrafs Themen sind zukünftig daher nicht nur mögliche Seelsorgekonzepte oder Formen der Glaubensweitergabe, sondern auch Berufungspastoral und die Ausbildung von Priestern und anderen Diensten in der Kirche.

Kohlgraf, in Köln geboren und zum Priester geweiht, lehrte vor der Ernennung zum Bischof in Mainz Pastoraltheologe an der dortigen Katholischen Hochschule. Dieses theologische Fachgebiet beschäftigt sich mit Theorien über die Umsetzung der christlichen Lehre vor Ort. Kohlgraf befasste sich wissenschaftlich unter anderem mit der Zukunft christlicher Gemeinden vor dem Hintergrund des Priestermangels.

In einem katholisch.de-Interview vor rund einem Jahr erklärte Kohlgraf, was er in Fragen der Glaubensweitergabe für zentral hält: "Die Glaubwürdigkeit von Menschen, die an Christus glauben, ist eines der wichtigsten Zeugnisse für unsere Gesellschaft." Die Aufgabe der Kirche sieht er vor allem darin, den Boden zu bereiten, dass Menschen Glaubenserfahrungen machen können. "Der gelebte Alltag bietet viele Chancen, das Evangelium praktisch erfahrbar zu machen." Den Begriff Neuevangelisierung betrachtet er eher kritisch: "Neuevangelisierung transportiert immer eine Vorstellung, dass da eine Gruppe loszieht, die das Evangelium besitzt – und weiß, wie es geht. So einfach geht das nicht", so Kohlgraf damals.

In seinem "neuem" Verantwortungsfeld plädierte er in der Vergangenheit dafür, die Ausbildungswege für angehende Priester flexibler und individueller zu gestalten, da es den klassischen, einheitlichen Lebenslauf zum Priesterberuf kaum noch gebe. Und im Blick auf die Zukunft des Priestertums spricht sich Kohlgraf zwar nicht dafür aus, den Zölibat gänzlich abzuschaffen, hinterfragt aber, ob er tatsächlich zwingende Voraussetzung sein muss. "Der Zölibat ist sicher nicht alles, aber manchmal frage ich mich schon, was der höherrangige Wert ist: die Sicherstellung der seelsorgerischen Versorgung oder die Ehelosigkeit der Priester?", sagte er einst.

Bild: ©KNA/Julia Steinbrecht (Archivbild)

Erzbischof Stefan Heße.

Kommission Familie, Jugend und Erziehung (Kommission IV): Erzbischof Stefan Heße

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße engagierte sich innerhalb der DBK bislang in Fragen von Migration und Flucht. Vor der Reduzierung von 14 auf 8 Kommissionen war er Vorsitzender der Migrationskommission und zugleich Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen. Dieses Amt hatte er bereits seit 2015 inne. Dabei setzte sich der Erzbischof von Hamburg immer wieder öffentlich für den Schutz von Geflüchteten, die Wahrung der Menschenrechte und Integration ein. Zuletzt lud er im Mai 2026 zum zehnten Katholischen Flüchtlingsgipfel nach Würzburg ein, bei dem Menschenrechte und Flüchtlingsschutz im Fokus standen.

Mit der Neuordnung der Kommissionen in der DBK wechselt Heße nun an die Spitze der neuen Kommission Familie, Jugend und Erziehung. Damit übernimmt er einen deutlich breiter gefassten Aufgabenbereich. Die Kommission führt nämlich Themen zusammen, die bislang auf drei eigenständige Kommissionen verteilt waren: die Kommission für Ehe und Familie, die Jugendkommission sowie die Kommission für Erziehung und Schule. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch leitete bislang die Kommission für Ehe und Familie, der Osnabrücker Weihbischof Johannes Wübbe stand der Jugendkommission vor und bis zu seiner Emeritierung führte der Dresdner Bischof Heinrich Timmerevers die Kommission für Erziehung und Schule.

Für Heße bedeutet der Vorsitz damit auch eine inhaltliche Neuorientierung. Statt des bisherigen Schwerpunkts Migration und Flucht stehen nun unterschiedliche Lebensphasen und Lebensbereiche im Zentrum: von Ehe und Familie über die Lebenswirklichkeit junger Menschen bis hin zu Bildung und Schule.

Bild: ©Henning Klingen / Kathpress (Archivbild)

Erzbischof Udo Markus Bentz.

Kommission Gesellschaftliche und caritative Fragen (Kommission V): Erzbischof Udo Markus Bentz

Auch die Kommission Gesellschaftliche und caritative Fragen war bislang in zwei eigenständige Kommissionen geteilt: nämlich jene für gesellschaftliche und soziale Fragen wie auch jene für caritative Fragen. Ersterer stand seit 2021 Heiner Wilmer als "Sozialbischof" vor, inzwischen DBK-Vorsitzender und Bischof von Münster. Die Kommission befasste sich mit Fragen rund um Arbeit, Sozialstaat, gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie Klima und Nachhaltigkeit. Noch Ende 2025 stellte die Kommission gemeinsam mit Fachleuten Impulse der deutschen Bischöfe zur Zukunft der Sozialversicherungssysteme vor. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger wiederum stand der Kommission für caritative Fragen vor.

An die Spitze der neuen Kommission rückt nun der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz. Zuvor gehörte Bentz der Kommission Weltkirche an und leitete dort die Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten. In dieser Funktion reiste er etwa Anfang 2025 in den Irak, um sich ein Bild von der Situation der christlichen Minderheit vor Ort zu machen. Dort machte er deutlich, dass sein Solidaritätsbesuch allen galt – Christen, Jesiden und auch den muslimischen Bekenntnissen.

Ganz neu sind die gesellschaftlichen und caritativen Fragen für Bentz aber nicht. Der Paderborner Erzbischof steht nämlich weiterhin an der Spitze von Justitia et Pax. Diese Kommission beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der Friedens- und Entwicklungspolitik, wie auch mit Menschenrechten. Bentz  knüpft nun mit dem Vorsitz der neuen Kommission zumindest in Teilen an Themen an, mit denen er sich schon zuvor beschäftigen konnte.

Interessant dabei: Bereits 2024 löste Bentz Wilmer an der Spitze von Justitia et Pax ab. Nun folgt er ihm erneut nach und übernimmt mit der neuen Kommission auch einen Teil jenes Aufgabenbereichs, für den Wilmer zuvor innerhalb der Bischofskonferenz verantwortlich war.

Bild: ©KNA (Archivbild)

Bischof Georg Bätzing.

Kommission Medien (Kommission VI): Bischof Georg Bätzing

Mit dem Limburger Bischof Georg Bätzing ist einer der wohl prominentesten Bischöfe zum Vorsitzenden der Kommission Medien gewählt worden. Schließlich war Bätzing bis zum Frühjahr Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und damit das "Gesicht" der katholischen Kirche in Deutschland. Bätzing, der der DBK sechs Jahre lang als Vorsitzender vorgestanden hatte, folgt an der Spitze der Kommission auf den Münchner Kardinal Reinhard Marx, der im Vorfeld der Herbstvollversammlung angekündigt hatte, das Amt als "Medienbischof" nicht länger ausüben zu wollen.

Die Kommission Medien hat laut DBK die Aufgabe, "den Auftrag der Kirche in einer digitalen Mediengesellschaft" zu begleiten. Das Gremium unterstütze auf übergeordneter, strategisch beratender Ebene die Weiterentwicklung der kirchlichen Medienarbeit. "Diese trägt (unter anderem mit ihren Medienunternehmen) dazu bei, dass christliche Perspektiven in der Öffentlichkeit sichtbar sind und die Kirche als Stimme in gesellschaftlichen Debatten wahrgenommen wird." Zu den bundesweiten Medien der katholischen Kirche gehört neben katholisch.de unter anderem auch die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA).

Eine fundierte und moderne Glaubenskommunikation über die Medien ist nach Ansicht der Bischöfe zentral für die Kirche, ebenso ein ethisch getragener professioneller Journalismus für die Gesellschaft insgesamt. Der Wandel der Mediennutzung und der Einfluss Künstlicher Intelligenz ist ein weiterer Themenschwerpunkt der Kommission, die zudem die Förderung der Medienkompetenz stärken soll und sich als Partner im medienpolitischen Dialog sieht.

Bischof Bätzing hat in der Vergangenheit immer wieder die Bedeutung von Medien für die Gesellschaft betont. Die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten sei unerlässlich. In einer "Zeit der Polykrisen" brauche es unabhängige Medien, die unterschiedliche Positionen fair darstellen und dadurch auch eine vermittelnde Rolle einnehmen könnten, sagte der Limburger Bischof etwa 2024 beim Jahrestreffen der katholischen Journalistenschule ifp.

Bischof Bertram Meier in Rom
Bild: ©KNA/Cristian Gennari/Romano Siciliani (Archivbild)

Bischof Bertram Meier.

Kommission Ökumene und interreligiöser Dialog (Kommission VII): Bischof Bertram Meier

Für den Augsburger Bischof Bertram Meier (66) ist es kein vollständiger thematischer Wechsel: Leitete er bisher die Kommission Weltkirche, ist er nun für die Kommission für Ökumene und interreligiösen Dialog zuständig. Für Letzteres war er allerdings schon als Vorsitzender der Unterkommission für den Dialog mit dem Islam zumindest teilweise zuständig. Dass der interreligiöse Dialog nun ausdrücklich neben der Ökumene in einer gemeinsamen Kommission behandelt wird, zeigt, dass das Thema bei einer immer pluraleren Gesellschaft in Deutschland einerseits und im weltpolitischen Kontext andererseits eine zunehmend bedeutende Rolle spielt. Bereits als Vorsitzender der Weltkirche-Kommission knüpfte Meier bei seinen Reisen Kontakt zu anderen Religionsvertretern.

Ökumene ist so etwas wie das Lebensthema von Bischof Meier – als Sohn eines Protestanten und einer Katholikin. Vielleicht gerade deshalb blickt er optimistisch auf die weiteren Entwicklungen. Aus einem Gegeneinander der Konfessionen sei heute schon "ein Nebeneinander und an vielen Orten auch ein harmonisches, vertrauensvolles Miteinander" geworden, sagte er einmal in einem Interview.

Bei kontroversen Fragen wie Mahlgemeinschaft oder der gegenseitigen Eucharistie/Abendmahls-Einladungen von Katholiken und Protestanten teilt Meier, der auch Mitglied des vatikanischen Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen ist, die römischen Einwände. Er spricht sich allerdings nicht gegen einzelne Ausnahmen aus, wenn klug und sensibel mit ihnen umgangen werde. Geleichzeitig braucht es laut Meier eine weiter vertiefte theologische Klärung vor allem des Eucharistie- beziehungsweise Abendmahlsverständnisses.

Dass der neue Ökumene-Bischof aus Augsburg kommt, passt ohnehin sehr gut. Das deutete Meier auch in seiner ersten Reaktion zu seiner Wahl an diesem Dienstag an, die die Pressestelle seines Bistums verbreitete: Gerade mit Blick auf den 500. Jahrestag des Augsburger Bekenntnisses (Confessio Augustana), der 2030 begangen werden soll, gelte es, die Gemeinsamkeiten der christlichen Konfessionen und nicht das Trennende wieder mehr in den Vordergrund zu rücken. "Die Erinnerung an diesen Jahrestag kann die historische Perspektive schärfen und ist ein zentraler Meilenstein angesichts der ökumenischen Zukunft, die wir gemeinsam gestalten wollen."

Bischof Klaus Krämer bei einem Gespräch
Bild: ©KNA/Daniela Reske (Archivbild)

Bischof Klaus Krämer.

Kommission Weltkirche und Migration (Kommission VIII): Bischof Klaus Krämer

Dass der Rottenburger Bischof Klaus Krämer zum Vorsitzenden der Kommission Weltkirche und Migration gewählt wurde, ist keine Überraschung. Schließlich war Krämer viele Jahre lang Präsident des katholischen Hilfswerks missio Aachen (2008–2019) und des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" (2010–2019) und in dieser Funktion viel in der Weltkirche unterwegs.

"Den Dialog mit der Weltkirche habe ich immer als etwas sehr Wertvolles empfunden und der theologische Austausch mit ganz unterschiedlichen Gesprächspartnern auf allen Ebenen hat mich enorm geprägt", sagte Krämer 2024 kurz vor seinem Amtsantritt als Bischof von Rottenburg in einem katholisch.de-Interview über seine Erfahrungen. Er sei zutiefst davon überzeugt, "dass wir immer voneinander lernen können. Wenn es darum geht, unseren Grundauftrag zu erfüllen – nämlich das Evangelium zu leben und zu verkünden –, kann der internationale Austausch befruchtend wirken und neue Impulse vermitteln".

Dafür ist die Kommission Weltkirche und Migration bestens geeignet, denn die Pflege der internationalen Kontakte der Bischofskonferenz ist ihre zentrale Aufgabe. Darüber hinaus trägt sie laut DBK Gesamtverantwortung für die überdiözesane weltkirchliche Arbeit in Deutschland. In friedens- und entwicklungspolitischen Fragen arbeitet sie eng mit der Deutschen Kommission Justitia et Pax zusammen. Die Begleitung der kirchlichen Hilfswerke Adveniat, Misereor, Missio, Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und Renovabis erfolgt über jeweils eigene Unterkommissionen.

"Zudem bearbeitet die Kommission gesellschaftlich-politische und pastorale Fragen im Themenbereich Migration und Flucht", heißt es bei der DBK weiter. Hierzu zählt auch die Seelsorge für katholische Migranten in Deutschland und für deutschsprachige Katholiken im Ausland. Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Förderung der interkulturellen Verständigung und des Engagements gegen Rassismus dar. Vor der jetzigen Reduzierung der Kommissionen war der Augsburger Bischof Bertram Meier Vorsitzender der Kommission Weltkirche, der Migrationskommission stand Hamburgs Erzbischof Stefan Heße vor.

Von Matthias Altmann, Christina Denk, Mario Trifunovic und Steffen Zimmermann